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Unsere Reise hat begonnen ....

Toscana Italien
Unsere Reise im Sommer 2022 führte uns in die Toskana. Auf Grund von zahlreichen sehr positiven Berichten haben wir uns für dieses Reiseziel entschieden.
Als Reiseroute haben wir den Weg über die Schweiz gewählt, da die dortige Schwerlastabgabe, die völlig unproblematisch per App gebucht und bezahlt werden kann, für Uns günstiger und pragmatischer halte als diese "Gedöns" mit einer Maut-Box die wir in Österreich benötigen.
Wir hatte 3 Wochen Zeit und nur einen groben Plan für den Reiseverlauf, also ….
Lehnen runter, Urlaub an ...


Lorsch
Freitag 24.06.2022

Herne - Lorsch
Es ist noch einiges zu tun. Am Donnerstag waren wir nicht nur zu einem Geburtstag eingeladen, wir mussten ganz spontan auch noch gegen 16:15 unsere Wohnung verlassen. Da ganz in der Nähe, eine Weltkriegsbombe entschärft werden musste. Mit einer solchen Bombenentschärfung begann auch unsere Reisegeschichte, aber das findet Ihr
hier. Dadurch wurde uns ein, fest für Vorbereitungen eingeplanten, Nachmittag „geraubt“. So blieb uns nichts anderes übrig, als am Freitag alles (in Ruhe) zu erledigen und loszufahren, wenn wir so weit sind. Auch wenn es später als für uns üblich wird.

Ich kann pünktlich Feierabend machen und direkt starten, Draußen fegen, Altglas, Müll, die Wohnung „urlaubsbereit“ machen und nicht zu vergessen Wasserkübel für die Blumen zu füllen. Als Marianne mit dem Dicken kommt, ist zu Hause alles vorbereitet. Nur noch die letzten Sachen einräumen und den Kühlschrankinhalt umpacken. So starten wir dann doch schon um 16:30 und gar nicht so viel später als sonst.

Tagesziel … mal schauen, wie weit wir heute kommen

Trotz Ferienbeginn in NRW, kommen wir gut und mit wenig Stau durch. Unterwegs schüttet es zeitweise wie aus Eimern und so sind wir froh als wir um 20:40 Uhr den Stellplatz in Lorsch erreichen. Auf diesem Stellplatz waren wir im Dezember ´21 bereits (
link), da allerdings bei Eis und Schnee.
Mittlerweile hat sich das Wetter beruhigt und wir haben ein gutes Stück geschafft, ca. 330 km.
Bei einem Aufbau- und Gutenacht-Bier, zu selbstgemachten Nudelsalat, lassen wir den Abend ausklingen.



Gurtnellen (Schweiz)
Samstag 25.06.2022

Lorsch - Gurtnellen

Wir starten gegen 08:45 Uhr (für unserer Gewohnheiten) recht früh, holen beim Bäcker Kaffee & Brötchen und tanken für 1.98€/L. Noch während wir auf dem Parkplatz nebenan frühstücken, stellen wir fest, das es gut war erst zu Tanken und dann zu Frühstücken, der Preis je Liter Diesel steigt auf 2.04€.

Tagesziel : die Schweiz

Anfangs kommen wir gut voran, bevor uns vor Karlsruhe ein mächtiger Stau ausbremst, dieser kostet uns 1,5 Stunden. Nachdem der Stau hinter uns liegt, läuft es wieder besser, und so passieren wir gegen 14:30 die Grenze zur Schweiz, in
Weil am Rhein.

Wir genießen die Aussicht auf die beeindruckenden Berge, denen wir immer näherkommen. Der Ausblick auf den Sempachersee und später den Vierwaldstättersee - echt klasse. In dieser Gegend lohnt bestimmt auch mal ein längerer Aufenthalt und kommt auf die Liste.
Aber heute möchten wir noch weiterkommen.

Letztlich steuern wir den
Stellpatz „An der Reuss“ in Gurtnellen an.

Er liegt unweit der Autobahn A2/E35, kurz vorm Gotthard, und bietet alles was man braucht. Als wir gegen 16:00, nach rund 7 Stunden Fahrt, ankommen, sind wir noch alleine und stehen direkt neben der „rauschenden“ Reuss. Nach einem Spaziergang genießen wir einen schönen Abend und eine ruhige Nacht.
Im Laufe des Abends, hat sich der Stellplatz noch gut gefüllt.



Pisa (Italien)
Sonntag 26.06.2022

Pisa
Als wir nach dem Frühstück aufbrechen, sind wir schon fast wieder die letzten.
Tagesziel : Pisa
Wir entschließen uns über den
Gotthard Pass zu fahren und nicht durch den Tunnel, denn dort gibt es bereits einen Stau.

Die Aussichten, hinauf und auch herunter, sind teils spektakulär, auch wenn das Wetter nicht ganz so großartig ist. Und es ist erstaunlich wie viele Radfahrer unterwegs sind. Ich ziehe meinen Hut vor all denen, die mit dem Rad dort hinauffahren!!!

Unspektakulär und ruhig fahren wir an Mailand vorbei, am Sonntag ist der Verkehr auch dort sehr entspannt. Gegen 18:00 Uhr haben wir unser Tagesziel in Pisa erreicht. Ohne Probleme bekommen wir, auch ohne Reservierung, einen Platz auf dem „
Camping Village Torre Pendente“. Vom Eingang des Campingplatzes, kann man "den Turm" schon sehen, mit dem Rad / zu Fuß ca. 1,4 km entfernt.
Selbstverständlich möchten wir uns den schiefen Turm anschauen, aber auch mal zwei Nächte bleiben. Bis jetzt gab es nur Reisetag und Wecker stellen – morgen nicht, ist ja schließlich Urlaub.

Zum Abschluss des Tages, auch heute wieder mehr als 7 Stunden unterwegs gewesen, gehen wir im Restaurant am Campingplatz essen und werden mit freundlichem Service und gutem Essen bei einer Flasche Rotwein belohnt.



Pisa
Montag 27.06. bis Mittwoch 29.06.2022

Pisa
Am Montag klingelt kein Wecker und wir schlafen, nach unserem Rhythmus, aus. Im kleinen Laden auf dem Platz gibt es Brötchen und wir frühstücken ganz in Ruhe.
Gegen Mittag starten wir in Richtung „Turm“. Die Strecke dorthin ist nicht sehr weit (ca. 1,4 km), führt uns jedoch durch eine ca. 600 m lange Unterführung. Auf der engen Straße staut sich der Verkehr durch die Unterführung, entsprechend laut, stickig und nicht wirklich angenehm ist es auf dem, etwas höher gelegenem Fuß-/Radweg.

Der schiefe Turm „
Torre di Pisa“, die Kathedrale „Dom Santa Maria Assunta“ und die Battistero di San Giovanni sehen in dem weißen Carrara-Marmors schon gut aus. Ich wage aber mal die These, wäre der Turm irgendwann in der Zeit zwischen der Grundsteinlegung im August 1173 und seiner Vollendung im Jahr 1372, einfach umgekippt, würde sich heute kein Touristen nach Pisa verlaufen.
So ist es aber ein „must seen“. Natürlich haben auch wir die, nahezu unvermeidlichen Fotos gemacht; bei denen Wir den Turm stützen.

Dienstag machen wir eine etwas größere Runde durch Pisa und sobald man sich vom Bereich um den Turm entfernt, findet man die eine oder andere schöne ruhige Ecke.

Sei es einen weiteren (nicht ganz so) imposanten und schiefen Turm oder aber auch Wege entlang des Arno mit tollen Häuserzeilen und einer Skulptur die Galileo Galilei gewidmet ist. Auch andere schöne kleine Kirchen, wie die leider verschlossene „
Santa Maria della Spina“, in der man lange Zeit (angeblich) einen Dorn der „Dornenkrone“ Jesus von Nazareths aufbewahrte.

Auf dem Campingplatz ist für uns das erste Mal, dass wir einen „
übernetzten“ Stellplatz haben. Etwas ungewohnt, gerade beim ein und ausfahren, aber es passt.
Im Lokal, direkt am Platz, haben wir zwei Mal gut zu Abend gegessen und uns im Pool, abkühlen können.
Gut, dass wir auf die
Badekappentragepflicht vorbereitet waren – da kennen die Italiener kein Pardon. Selbst der Herr mit „ohne“ Haare musste eine Kappe tragen.



Florenz
Mittwoch 29.06.2022

Pisa - Florenz
Mittwoch geht es weiter nach Florenz. Wir haben, den zahlreichen Empfehlungen folgend, unseren Besuch in Florenz, im Voraus geplant und gebucht. Was wir eigentlich nie machen. Einen Stellplatz auf dem „
hu FIRENZE Camping in town“, sowie die Tickets für die Besichtigungen der Uffizien und des Palzzo Vecchio.
Auf dem Weg von Pisa nach Florenz, machen wir noch einen Abstecher nach „
San Miniato“. Es ist zwar nicht so leicht einen Parkplatz für unseren Dicken zu finden, aber wir haben Glück. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg hinauf zum „Torre di Federico II“. Neben dem, zu erwartenden super Aus- und Rundumblick, werden wir noch von der beeindruckenden „Cathedral of Santa Maria Assunta and San Genesio“ überrascht. Erfahren, dass hier 1954 ein 2.520 Gramm schwerer weißer Trüffel (Magnatum Pico) gefunden wurde. Dieser hält bis heute noch den Trüffel-Gewichtsrekord.

Anschließend füllen wir noch unsere Vorräte auf und steuern dann den Campingplatz an.
Die Fahrt nach Florenz hinein sowie der Check In verläuft unspektakulär, die meisten Stellplätze sind aber extreme schräg. Wer also beim Schlafen gerade liegen mag, sollte ordentliche Keile haben oder sich einen Stellplatz (vorher) aussuchen. Unsere Stützen mussten mal wieder alles geben.
Der Platz mit all seinen Einrichtungen ist schick, Sanitäranlagen, Badelandschaft, Supermarkt, Restaurant (welches wir aber nicht besucht haben), Strom und Frischwasser direkt am Stellplatz. Für einen Städte-Trip top ist auch der angebotene
Bus-Shuttle ins Zentrum, mit diesem kann man für 3 EUR p. P. (06/2022) hin- und zurück fahren.



Florenz
Donnerstag 30.06. bis Samstag 02.07.2022

Florenz
Donnerstag stand dann der erste Teil des Kulturprogramms auf dem Plan, der
Besuch der Uffizien.

Die Kunstsammlung besteht aus Werken deutscher, flämischer, niederländischer und französischer Meister, vor allem aber Meisterwerke der italienischen Renaissance. In zahlreichen Sälen werden Gemälde aus dem XVI. bis XIX. Jahrhundert ausgestellt. So habe ich es gelesen …

Wir hatten unsere Tickets mit „bevorzugtem Einlass“ im Vorfeld online gebucht, inklusive einer Stornierungsmöglichkeit bis 23:59 Uhr am Vorabend, bekamen wir diese für 62,72 EUR / 2 Erwachsene. Der Umtausch des elektronischen Tickets vor Ort war problemlos und ohne lange Wartezeit gelangten wir anschließend ins Museum.
Da wir zeitig vor Ort waren, konnten wir sogar noch vor unserer gebuchten Einlasszeit hinein. Da hatte ich mit schlimmerem gerechnet. Möglicherweise hatten wir Ende Juni noch Glück, das es noch nicht „so voll“ war.

Zusätzlich hatten wir noch die „
Audio Guide App fürs Smartphone“ geordert (2,50 EUR p. P.), im Nachhinein hätten wir uns das aber sparen können. Die App enthält nur zu 19 Werken entsprechende Erklärungen, dann überhaupt die Erklärung des Bildes zu finden vor ich gerade stand, war schon schwierig.
Eine mögliche Alternative wird vor Ort angeboten, ein Audioguide mit eigenem Gerät (6 EUR p. P.) bei dem man über Kennzahlen die passende Erklärung aufrufen kann. Auch werden dort, wenn man den Zahlen neben den Bildern glauben darf, fast alle Werke beschrieben. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal.

Apropos „nicht so voll“, das ist eher relativ zu verstehen.
Innerhalb des Museum empfanden wir es schon als sehr voll. Abstand zu halten, wie in Corona Zeiten ja eigentlich angebracht, war größtenteils schlicht und einfach nicht möglich. Auch wurden meine Erwartungen, dass innerhalb einer solchen Kunstausstellung bestimmt angenehme Temperatuten und einer gute Be-/Entlüftung zu erwarten sind, leider nicht erfüllt. Die Temperaturen lagen bestenfalls geringfügig unter den Außentemperaturen von 38-40 °C und belüftet wurde, wenn überhaupt, durch geöffnete Fenster.

Alles in allem ist es eine beeindruckende Ausstellung, mit einer schier endlosen Anzahl an ausgestellten Bilder. Wir waren bei unserem Rundgang mehr als 4,5 Stunden unterwegs. Man kann dort aber sicher noch viel mehr Zeit verbringen.

Irgendwann ist aber ein Kunstlaie, oder besser ahnungsloser, wie ich, „überfüllt“ und kann selbst die Texte neben den Werken nicht mehr lesen, geschweige denn aufnehmen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt die Uffizien noch einmal, in der Zeit zwischen Oktober und März zu besuchen, werden wir das sicher angehen. In einer Fleece-Jacke, kann ich das bestimmt viel besser aufnehmen.

Anschließen sind wir dann noch zum „
Mercato Centrale Firenze“ gelaufen. Jedoch hat der „frische“-Markt im Erdgeschoss (anscheinend) nur morgens/vormittags geöffnet und war bereits geschlossen. Im Obergeschoss befinden sich zahlreiche Verkaufsstände, an denen vielfältige Speisen und Getränke angeboten werden. Wir taten uns dort gütlich und genossen es eine Zeitlang zu sitzen, bevor wir zurück zum Bus- Shuttle gingen und mit diesem zurück zum Campingplatz fuhren.

Freitag – Kulturprogramm Teil 2 –
Palazzo Vecchio
Auch diese Tickets hatten wir bereits zu Hause online bestellt.
Der Palazzo beherbergt auch heute noch Büros der Gemeindeverwaltung und wird für besondere Anlässe genutzt. An diesem Tag fand im Saal der Fünfhundert (
Sala dei Cinquecento) eine Ratssitzung statt, der wir ungestört lauschen konnten. Na gut, da meine italienisch Kenntnisse gering, bis nicht vorhanden einzustufen sind, habe ich natürlich kein Wort verstanden.

Die Säle und Räume sind über Wände und Decken, teilweise auch inklusive Böden, mit Gemälden, Skulpturen und Kunstwerken gefüllt. Aber wesentlich kleiner als die Uffizien und daher nicht so erschlagend. Am beeindrucktesten war für mich, der Blick von oben in den Saal der Fünfhundert. Wenn man unten im Saal steht, ist die Größe nicht zu erfassen. Von oben, aus dem „Balkon“ betrachtet, hat der Saal eine ganz andere, besondere Ausstrahlung.
Der
Audio & Video-Guide mit entsprechend zur Verfügung gestellten Tablets, führte uns informativ durch die Räumlichkeiten. Das machte Sinn.

Der weitere Florenz-Rundgang führte uns noch zur Werkstatt von Bartolucci (Pinnocio) und natürlich der
Kathedrale von Florenz. Die Kathedrale ist von außen, um ein Vielfaches beeindruckender als von innen. Abschließend schlenderten wir noch ohne konkretes Ziel durch Florenz, aßen ein leckeres aber touristisch extrem überteuertes Eis (mittel großer Pappbecher a 10 EUR).

Über die
Ponte Vecchio kamen wir zufällig an einer Protestantischen Kirche vorbei. Diese wurde im Jahr 2017, anlässlich des 500. Jahrestags des Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg, umbenannt. Obwohl die Haltestelle des Bus-Shuttle am Fuße des „Giardino delle Rose“ (Rosengarten) liegt, konnten wir uns nicht mehr dazu durchringen, den Aufstieg zum „Piazzale Michelangelo“ zu wagen. Wir fuhren zurück und nutzen noch den Pool am Campingplatz.



Agricampeggio Cipollatico (Montespertoli FI)
Samstag 02.07. bis Montag 04.07.2022

Montespertoli
Die Tage in Florenz waren schön aber auch anstrengend und so sollten die kommenden Tage Ruhe und Gelegenheit zum Runterschalten bringen. Unsere Wahl fiel auf den „
Agricampeggio Cipollatico“ in Montespertoli FI. Bei dem ich telefonisch, mit meinen nicht vorhandenen italienische Kenntnissen und den nicht vorhandenen englisch Kenntnissen meines Gesprächspartners, eine Stellplatz reservierte.

Nachdem wir erst noch in Florenz unserer Vorräte aufgefüllt hatten, führte uns das Navi dann über die Straße an der „
Piazzale Michelangelo“ entlang. So bekamen wir doch noch die Gelegenheit, bei einem kurzen Stopp, einen Blick „über“ Florenz zu werfen und ein paar Fotos zu machen. Bei Nacht wäre der Blick von dort oben, auf ein beleuchtetes Florenz, sicher noch spektakulärer, aber auch bei Tag war es schon großartig. - Zu Fuß wären wir hier oben, gestern nicht angekommen.

Über zahlreiche kurvige Straßen, die jedoch durchweg gut zu befahren waren, ging es weiter.

Der Campingplatz war schnell erreicht, nur die letzte Meile fuhren wir mit etwas Skepsis an. Auf Google-Maps wurde in den Rezessionen mehrfach über eine schlechte bzw. schwierige Zufahrt berichtet. Diese ist schon etwas besonders und letztlich sollte sich jeder bei der Anfahrt selbst einen Eindruck darüber verschaffen. Wir waren mit unserem Wohnmobil (7m Länge / 4.4 T. zulGG) dort. Den Weg runterzufahren war - aus meiner Sicht - kein Problem, halt langsam und zurückhaltend fahren. Ab einer gewissen Fahrzeuglänge und dem entsprechenden Überhang am Heck, sollte man den Weg definitiv vorher in Augenschein nehmen und selbst entscheiden.

Bei der Abreise hinauf, mit Selbstvertrauen und nötiger Geschwindigkeit, nicht zu langsam und in „einem Rutsch“ bis oben durchfahren.
Hier würde ich mir, mit einem PKW & Wohnwagengespann wesentlich mehr Gedanken machen, als mit einem Wohnmobil (ohne Anhänger). Wir habe, kurz vor unserer Abreise miterlebt, dass ein niederländisches Gespann, am Scheitelpunkt der ersten Steigung stehen geblieben ist und allein nicht weiterkam. Der untere Teil ist grob betoniert und wechselt dann, nach oben, in Schotter. Da drehen bei einem frontgetriebenen PKW, schnell die Räder durch, bevor der Hänger auch über den Scheitelpunkt ist. Mit tatkräftiger (Anschub-)Hilfe mehrerer Camper, ging es aber auch für dieses Gespann weiter.

Der Platz war mit einer kleinen einführungsrunde durch den Hausherrn schnell gezeigt, und wir richteten uns auf unserem Platz ein.

Die
Lage und der Ausblick sind spitze, der Pool klasse. Die Sanitäranlagen haben schon deutlich bessere Zeiten erlebt. Sie funktionieren und sind sauber, aber eine Renovierung wäre sicher an der Zeit! Eine V&E war auch vorhanden, aber ein Bild sagt mehr als 1000 Worte (siehe unten).

Wir haben dort zwei schöne ruhige Tage verbracht. Einzig die zahlreichen Mücken, die auf uns Jagd machten, waren sehr nervig.



Volterra & San Vincenzo
Montag 04.07.2022

Mit Zwischenhalt in
Volterra, einer Stadt mit spektakulärem landschaftlichem Umfeld, sie gilt als eine der schönsten in der Toskana. Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal. Mit etwas Glück haben wir, auch dort, einen Parkplatz für unseren Dicken bekommen und konnten ein wenig durch die Gassen spazieren. An vielen Stellen trafen wir auf Produkte, die aus Alabaster hergestellt wurden. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung. Dass die Stadt beherrschende Festung der Medici, heute als Staatsgefängnis benutzten wird, habe ich erst später in einem anderen Bericht gelesen.

Da wir an der Küste kein festes Ziel geplant hatten, klapperten wir mehrere Plätze ab, bekamen aber keinen Platz. Etwas im Landesinneren wurden wir fündig. Der „
Santissima Annnziata Parcheggio“ stellte sich dann auch als Glücksgriff heraus, zwar ist der Platz als solcher eher unspektakulär, bietet aber einen schönen Pool, den wir für uns allein hatten.

Und in der dazugehörigen „
Trattoria dell'Olio“ haben wir sehr gut zu Abend gegessen.



Piombino (Agricampeggio Oasi)
Dienstag 05.07. bis Donnerstag 07.07.2022

Piombino
Dienstagmorgen starten wir dann einen weiteren Versuch und werden in Piombino auf dem
Agricampeggio Oasi fündig. Zwar auch nicht direkt am Strand, aber zu Fuß sind wir in ca. 10 Minuten dort.
Der Stellplatzbereich hat uns gut gefallen. Die Duschen sind (für uns) etwas ungewöhnlich, da der „Raum“ jeweils nur aus der Duschtasse mit einer Tür davor besteht, aber sonst schön und noch alles recht neu. Das man Duschmarken benötigt ist auch ok.
Das es an den Geschirrspülbecken nur kaltes Wasser gibt, ist schon blöd.
Aber das zu der Stellplatzgebühr von schlappen 3 2EUR, noch 5 EUR pro Person und Tag, für die Pool Nutzung verlangt wird, ist aus meiner Sicht schon eher unverschämt. Wir sind die 800 m zum Strand gelaufen und haben auf den Pool verzichtet.

Unsere Radtour zum nur 13 km entferntem „
Piombino Maritima“, dem Fähranlege nach Elba, haben wir am nächsten Tag dann lieber abgebrochen. Der Weg führte uns direkt an der Hauptstraße entlang, ohne Radweg/ Radspur und dort geben die meisten Fahrzeuge Gas, als wären sie auf der Autobahn.



Siena
Donnerstag 07.07. bis Samstag 09.07.2022

Siena
Langsam waren wir wieder bereit für etwas städtisches Sightseeing und steuerten
Siena an. Der etwas außerhalb von Siena gelegenen „Camping Siena Colleverde“ ist in Ordnung.

Bei freier Platzwahl ist es schon ein wenig Kurverei über die kleinen, recht schmalen Wege bis wir einen passenden Stellplatz für unseren Dicken gefunden haben, aber das lag auch daran das ich ja nie den erstbesten Platz nehme, ich mag mir erstmal alle ansehen.
Egal, wir standen am Ende auf der zweiten Ebene, an der wir direkt vom Eingang vorbeikamen. Da eigentlich jeder Platz schräg ist, waren
wir mal wieder froh über unsere Stützen.

Ein heftiges Gewitter in der Nacht sorgt dafür, dass Marianne wenig Schlaf fand, ich habe nicht viel davon mitbekommen.
Für uns ist am nächsten Morgen alles wieder vorbei, ich kann sogar mal angenehm im T-Shirt frühstücken, ohne zu schwitzen – was aber nicht lange so bleiben sollte. Die Zelt-Touristen haben das Gewitter nicht ganz so gut überstanden und mussten erst einmal alles wieder trocken legen.

Als wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machen, um mit dem
Linienbus, der nur wenige Meter vom Campingplatz entfernt hält, ins Zentrum zu fahren, liegen die Temperaturen schon wieder bei weit über 30 °C. Von der Bushaltestelle aus machten wir einen schönen Rundgang durch Siena. Entdecken Kunst direkt am Wegesrand „The circle of life, Earth and Heaven”, von dort hat man auch einen herrlichen Panoramablick auf Siena. Besichtigen die „Basilica di San Domenico“ und Kathedrale von Siena, dazwischen geht es durch zahlreiche schöne Gassen. Viele Wege führen teils steil bergauf bzw. bergab und an mehreren Stellen gibt es öffentliche Rolltreppen, die uns auf bequeme Weise viele Meter in die Höhe transportieren. Gegenüber des „Torre del Mangia“, der sich an der Piazza del Campo befindet, essen wir eine Kleinigkeit und beobachten das Treiben auf dem Fächerplatz, bevor es später wieder mit dem Bus zurückgeht.

Für mich war Siena im Vergleich mit Florenz, schöner und angenehmer.



Lucca & Sestri Levante
Samstag 09.07. bis Montag 11.07.2022

Sestri Levante
Ursprünglich wollten wir dann noch eine Nacht in Lucca verbringen, um uns auch dort umzusehen. Der Wohnmobil-Stellplatz „
Il Serchio“ in Lucca war jedoch voll und eine wirkliche Alternative gibt es nicht, es sei denn man möchte auf einem Parkplatz stehen. Da wir auch keinen „normalen“ Parkplatz für unseren Dicken finden konnten, sind wir weitergefahren, nach „Sestri Levante“ um eventuell noch die „Cinque Terre“ zu besuchen.
Wir fuhren den „
Camping Mare Monti“ der weit oberhalb von „Sestri Levante“ liegt und daher einen großartigen Ausblick bietet. Vorne an der Straße verkehrt regelmäßig ein Bus, mit dem man hinunter zur Küste fahren kann. Tickets sind im Preis des Campingplatzes enthalten.
In Sestri Levante fühlt es sich an, als wären wir plötzlich an der Cote Azur. Es ist ein gänzlich anderes Flair, nicht wie zuvor in Florenz, Siena, Pisa oder an der ligurischen Küste. Leider mussten wir erfahren, dass nur morgens ein Schiff in Richtung Cinque Terre fährt und wir sind zu spät dran. Ein anderes Mal vielleicht.
Die Abreise ist dann noch etwas interessanter, da die Zufahrt zu unserem Platz recht schmal ist und nach uns, auch weitere Plätze belegt wurden. Es geht nur noch rückwärts hinaus. Marianne weist mich gut ein (aus) und mit Spiegel und Rückfahrkamera sieht es schwerer aus als es ist. Ich bin nicht sicher, ob der "freundliche Daumen hoch" der Niederländerin, an deren Wohnwagen ich vorbeimusste, Anerkennung oder Erleichterung ausdrückte.

Vorwärts geht es anschließend noch die halb zugeparkte schmale Ausfahrt entlang und dann die „schönen“ Serpentinen-Strecke hinunter.

Wir verlassen die Ligurische Küste und fahren Richtung Norden, zum Lago Maggiore.



Agri Campeggio Lago Maggiore (Ranco VA)
Montag 11.07. bis Mittwoch 13.07.2022

Ranco am Lago Maggiore
Wir nutzen die Autobahn über Genua, Richtung Mailand. Rund um Mailand führte uns das Navi dann über eine Autobahn mit dem elektronischen Mautsystem. Ich hatte im Vorfeld bereits davon gelesen, uns registriert, vor Ort ist es deutlich ausgeschildert, inklusive des Hinweises über welche Web-Seite und in welchem Zeitraum man bezahlen muss. Wir haben die für uns fälligen 4,07 EUR direkt nach unserem Urlaub überwiesen. Ich finde dieses System deutlich komfortabler als Varianten mit Mautstationen oder irgendwelchen Mautboxen, mit denen man sich die Scheibe zupflastern muss und am Ende doch nicht sicher ist, ob es funktioniert hat.

Nach gut 250 km kommen wir in
Ranco am südlichen Teil der Lago Maggiore an. Der Stellplatz an sich ist einfach geschottert und bietet wenig Schatten, aber rundherum sieht man, dass der Betreiber, direkt nebenan auch eine Gärtnerei betreibt, es gibt sehr viel Grün.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, laufen wir das kurze Stück zum See und gehen im Lago Maggiore baden.
Direkt neben der Badestelle gibt es den „
Sasso Cavallazzo“ einen Findling, der zu den größten der Gegend gezählt wird. Er wurde als „Naturdenkmal “ eingestuft und ist als solches geschützt. Laut Beschreibung ist er aus „Serpentinstein“ und wurde vor etwa 60.000 Jahren von den Alpengletschern herunter gezogen/geschoben.

Am Dienstag sind wir mit den Rädern entlang des Lago Maggiore und durch Ranco und Angera gefahren. Auf dem Rückweg haben wir eine der Badestellen genutzt, um nochmal im See zu baden.



Gotthard Pass - Lahr im Schwarzwald
Mittwoch 13.07. bis Freitag 15.07.2022

Lahr im Schwarzwald
Nach dem Frühstück geht es für uns wieder weiter Richtung Heimat.
Heute verlassen wir Italien und fahren über die Schweiz wieder zurück nach Deutschland. Als wir starten wissen wir noch nicht wie weit wir heute kommen.
An der Schweizer Grenze, wird dann tatsächlich die Schwerlastabgabe kontrolliert, die wir aber ordnungsgemäß per App gebucht haben.

Heute fahren wir, bei schönstem Wetter und mit Marianne am Steuer, wieder über den Gotthardpass. Die Strecke und die Ausblicke sind lohnend und auch mit unserem Dicken problemlos zu fahren.
Wir kommen gut voran und fahren bis zum
Wohnmobilstellplatz in Lahr im Schwarzwald.

Donnerstag erkunden wir das Städtchen und seine Umgebung und verbringen einen schönen ruhigen Tag.



Bad Kreuznach
Freitag 15.07.2022

"
Brauwerk" in Bad Kreuznach
Unser letzter Stopp auf dieser Reise, führt uns nach Bad Kreuznach, schon mehrfach hatte ich den Stellplatz, der direkt neben dem „Brauwerk“ liegt, auf dem Zettel gehabt. Aber bisher haben wir ihn nicht angefahren.
Der Stellplatz ist gut und wenn wir nochmal hinkommen, schauen wir uns auch Bad Kreuznach näher an. Diesmal waren wir aber „nur“ im Brauwerk essen und haben eine letzte ruhige Urlaubsnacht verbracht.

Morgen geht es wieder nach Hause.